Gastartikel: Keine Akzeptanz für MCS Kranke

Gastartikel: Keine Akzeptanz für MCS Kranke

Alltag im Leben von MCS Betroffenen ist die soziale Ausgrenzung und die Ablehnung der Krankheitsursache. Etwas was uns widerstrebt, was wir aber akzeptieren lernen müssen, denn sonst geht es uns nur noch schlechter.

Folgender Beitrag von Anneliese Berthold
MCS und CFS erkrankt

Akzeptieren, annehmen und damit klarkommen

So, ich muss das mal niederschreiben, damit man es zumindest ansatzweise verstehen kann. Diese schwere Erschöpfung kann wirklich nur jemand verstehen, der das auch hat. Was uns Betroffene dazu noch zusätzlich belastet, sind die Kommentare die man sich von Außenstehenden anhören muss.

„Du liegst ja ständig, da musst du ja müde sein!“

Ich liege, weil mein Körper wegen ständiger Entzündungsvorgänge so schlapp ist und ich mich fast nicht auf den Beinen halten kann. Nein, es ist auch nicht der Kreislauf! Nein es hilft da auch nicht wenn man täglich die Bewegung steigert – im Gegenteil, das schädigt und schwächt den Körper noch mehr. Der Körper braucht den Schlaf, denn er hat sich selber wie ein Computer ins Sparprogramm (Stromsparmodus) runtergefahren, um zu überleben.

Sogar Kommunikation anstrengend

Viele kennen das bestimmt, dass sogar reden und telefonieren ein wahrer Kraftakt ist und wenn man sich bei anderen nicht meldet, heißt das nicht, dass das etwas mit den Personen zu tun hat. NEIN! Es bedeutet nur, dass man dazu NICHT fähig ist und dazu keine Kraft, keine Energie mehr hat. Es tut mir leid, wenn Andere das nicht verstehen können, es hat aber wirklich mit keiner Person etwas zu tun, sondern alleine damit, dass man hier seine Grenze gesetzt hat und eben seine vorhandenen Kräfte einteilt – bzw. einteilen muss, um über die Runden zu kommen.

 

Ja! Man fühlt sich oft wie ein abgestellter Zug auf dem Abstellgleis, aber dagegen anzukämpfen, dass man aufs Abstellgleis geschoben wurde, macht keinen Sinn. Vielmehr ist es wichtig eben die vorhandenen Kräfte/Energien für das einzuteilen, was an diesem Tag wichtig ist. Das heißt es so anzunehmen und auch damit klarzukommen, eben das Beste daraus zu machen. Dagegen anzukämpfen oder das man aufgefordert wird diese Grenzen zu überschreiten, bedeutet im Klartext über seine vorhandenen Kräfte zu gehen und seinem Körper zu viel zuzumuten. Was zur Folge hat, dass eine erneute Verschlechterung erfolgt und der Körper noch mehr in den Schlafmodus verfällt.

„Akzeptieren, annehmen und damit klarkommen“ ist oft nicht einfach, aber letztendlich bleibt einem keine Alternative, wenn man sich nicht selber schaden will. Wenn man wieder etwas Energie und Kraft hat, dann zieht es einen automatisch raus.“

Anneliese Berthold

Von Nidi überarbeitet und hier im Blog eingepflegt.

Ich danke Anneliese sehr für diesen Beitrag.

Aufruf:

Mir ist es wichtig Patientengeschichten zu zeigen, auch deine kann hier veröffentlich werden. Schreibe an mcs.nidi@yahoo.de

Wir teilen ein hartes Schicksal und sollten öffentlich darüber sprechen. Nur weil man uns nicht hören will, weil die Wahrheit über MCS unbequem ist, heißt es nämlich nicht, dass wir dem nachkommen müssen 😉

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